I survived Munich 2013

Ich war da. Ich möchte kein Mitleid. Ich möchte nicht darüber reden.
Ich trage weiterhin voller Stolz die Raute im Herzen.
NUR DER HSV!

Ich war da. Ich möchte kein Mitleid. Ich möchte nicht darüber reden.
Ich trage weiterhin voller Stolz die Raute im Herzen.
NUR DER HSV!
Zur Anfangszeit dieses Blogs habe ich viel mehr Fundstücke aus dem Netz zu einem Eintrag verarbeitet. Mit dem aufkommen der sozialen Netzwerke hat dies sehr stark nachgelassen. Ein lustiges oder beeindruckendes Video oder eine tolle Webseite teile ich viel eher auf Twitter oder Facebook. Fundstücke, die es auf den Blog schafften mussten mich schon sehr beeindruckt haben, wie die Zeitrafferaufnahme von der ISS oder sich sehr in mein Hirn gebrannt haben. Wie Call Me Maybe oder Last Christmas.
Das Teilen mit meinen sozialen Netzwerken ist zum einen toll, weil es ja so einfach und schnell geht, zum anderen aber auch doof, da ich diese ganzen tollen Sachen nach kurzer Zeit schon nicht mehr oder nur sehr schwer wiederfinde. Und deshalb möchte ich euch von nun an vermehrt wild zusammengestellte Fundstücke zeigen, die mir anderswo über den Weg laufen.
Hermann Rieger erhält Ehrung für sein Lebenswerk
Hermann Rieger erhielt am 14.12.2011 den “Hamburger des Jahres” für sein Lebenswerk. Die Laudatio auf Hermann hielt Felix Magath. Ein Video, dass mich sehr bewegt hat. Gänsehaut und feuchte Augen inklusive.
The 33 Most Beautiful Abandoned Places In The World
Sehr beeindruckt hat mich auch die Zusammenstellung von The 33 Most Beautiful Abandoned Places In The World. 33 verlassene Orte auf dieser Welt, die ich mir alle so gerne anschauen würde. Verfallene Vergnügungsparks, alte Fabrikgebäude oder leerstehende Theater. Teilweise an Orten, die eine sehr traurige Geschichte haben. Auf jeden Fall einen Blick wert.
Biting Elbows – ‘Bad Motherfucker’ (Insane Office Escape 2)
Auf jeden Fall einen Blick wert ist auch Biting Elbows – ‘Bad Motherfucker’ von Ilya Naishuller. Ein First-Person Short Film, der in seiner Optik sehr an Mirror’s Edge erinnert. Parcours-Verfolgungsjagden, böse Jungs in Anzügen und fantastische Musik. Anschauen!
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Ein wirkliches tolles Foto-Projekt hat Murad Osmann seit geraumer Zeit am Start. Er bereist mit seiner Freundin Natalia Zakharova die schönsten Plätze der Welt und macht dabei Fotos. Soweit so gut. Soweit nichts außergewöhnliches, wäre da nicht die immer wiederkehrende Art der Fotos. Murad nimmt die Hand seiner Freundin, so das wir als Zuschauer immer nur ihren Rücken sehen und lässt sich von ihr durch die Welt führen. Wirklich sehr sehr schön gemacht.
Latest Japanese Schoolgirl Trend: Fake Dragon Ball Attacks
Zu guter letzt möchte ich euch noch den letzten Schrei aus Japan ans Herz legen. Schulmädchen, die Dragon Ball Attacks fotografisch in in Szene setzen. Verrückt. Japan halt.

17 Uhr 25. “Auswärtssieg! Auswärtssieg!” und “Oh wie ist das schön!” hallen durch das Westfalenstadion. Wildfremde Menschen liegen sich freudetrunken in den Armen. Kaum einer der 10.000 Hamburger mag glauben, was gerade geschehen ist. Dieser 09. Februar 2013 wird allen, die dabei waren, auch mir sehr lange im Gedächtnis bleiben.
Es war der Tag an dem der Hamburger Sport-Verein den amtierenden Deutschen Meister und Pokalsieger Borussia Dortmund mit 1-4 in die Schranken wies. Die höchste Heimniederlage der Borussen seit 2009. Ein taktisch und kämpferisch beeindruckender Sieg. Mein erster Auswärtssieg überhaupt und dann auch noch in Dortmund, die jedes Heimspiel das ich besuchte (nicht nur gegen den HSV) gewannen, wodurch ich mich schon als eine Art Glücksschweinchen für den BVB fühlte. Ein unfassbarer Sieg einem Spiel, bei dem eigentlich nur die Höhe des Heimsiegs diskutiert wurde. Unfassbar. Unfassbar.

Wie kam es dazu? Der HSV machte von Anfang an klar, dass er in diesem Spiel gewinnen wollte. Spielte mutig nach vorne, wurde zunächst aber nicht belohnt. Durch einen dämlichen Abstimmungsfehler zwischen Heiko Westermann und René Adler (“Nimm du ihn, ich hab ihn sicher”) konnte der BVB durch Robert Lewandowski in der 17. Minute in Führung gehen. Ein klassisches HSV-Gegentor. Einfach nur dämlich.
Doch anstatt aufzustecken und auf die Verliererstraße abzubiegen, antwortet der HSV durch Artjoms Rudnevs quasi im direkten Gegenzug das 1-1. Nach dem Ausgleich machte der HSV weiter Druck und kam folgerichtig zum verdienten 2-1 durch einen weltklasse Schuss von Heung-Min Son. Der Gästeblock kochte und wenig später das gesamte Stadion, als Robert Lewandowski wegen groben Foulspiels zu Recht die rote Karte sah. In eben dieser Situation sah Rafael van der Vaart ebenfalls zu Recht, die gelbe Karte. Er hatte Lewandowski nach dessen Foul rüde angegangen und ihm mehr als deutlich die Meinung gesagt.

Dies alles konnte ich erst beim Betrachten der Fernsehbilder sehen. Im Stadion dachte ich zunächst, dass der Platzverweis wegen einer Tätlichkeit gegen van der Vaart ausgesprochen wurde. Es war aber Kehl der Rafael währende der Rudelbildung zu Boden stieß und dafür nicht belangt wurde. Van der Vaart wurde fortan bei jedem Ballkontakt mit einem gellenden Pfeifkonzert belegt.
Nach dem Platzverweis waren die Dortmunder Spieler auf 180 und sehr sehr bissig in den Zweikämpfen. Und wollten den Ausgleich erzwingen. Das Spiel und die Stimmung drohten gänzlich zu kippen, als ein von der Südtribüne geworfener Gegenstand Rafael van der Vaart am Körper traf. Das er sich daraufhin die Hände vors Gesicht hielt erzürnte die Heimfans noch mehr. Was wäre nur gewesen, wenn er sich theatralisch hingeworfen und den sterbenden Schwan markiert hätte? Gut, dass er es nicht tat und danach einfach weiter spielte.
Kurz vor der Pause fiel dann der vermeintliche Ausgleich. Doch Marco Reus stand zunächst im passiven Abseits, griff dann ins Spiel ein und folgerichtig wurde das Tor nicht gegeben. So gingen wir also mit einer verdienten 2-1 Führung in die Halbzeit. Nach dem Seitenwechsel versucht Dortmund dann weiterhin den Ausgleich zu erzielen. Doch der HSV verteidigte geschickt und konsequent, so dass keine wirkliche Gefahr für das Tor von René Adler bestand.
Das änderte sich auch nicht, nachdem Jeffrey Bruma nach einer Notbremse ebenfalls die rote Karte sah. Denn anstatt diesen wohl auch berechtigten Platzverweis als Auftakt zu einer Schlussoffensive zu nehmen, kassierte der BVB postwendend nach einer wunderbaren Flanke von Rafael van der Vaart das 1-3 durch Rudnevs. Wieder ein Doppelpack von Rudi. Wieder ein Kopfball-Tor. Der Gästeblock skandierte “RUD-NEE-EEE-EVS”. Und ich begann so langsam an einen Punktgewinn in Dortmund zu glauben.
Doch Dortmund blieb zunächst gefährlich, doch alle Schüsse gingen drüber oder wurden locker von René Adler gehalten. Irgendwann war dann aber auch beim Meister die Luft raus und Heung-Min setzte nach toller Vorarbeit von Marcell Jansen den 1-4 Schlusspunkt in einem tollen Fußballspiel. Der Auswärtssieg war perfekt. Dortmund im eigenen Stadion geschlagen. Vielleicht ein Tor zu hoch, aber hoch verdient.

“Auswärtssieg! Auswärtssieg!” und “Oh wie ist das schön!” hallen durch das Stadion. Doch nur die Fans auf der Südtribüne hören es noch. Die anderen Tribünen sind fast leer. Nur die Süd zollt der eigenen Mannschaft Respekt für 90 kämpferische Minuten, in denen der Gast einfach die bessere Mannschaft war.
Die Party im Gästeblock ist der weilen im vollen Gange. Ich habe zu diesem Zeitpunkt kaum noch Stimme, schaue ungläubig und bin einfach nur glücklich. Wie gesagt, es war mein erster Auswärtssieg überhaupt. In einem tollen Spiel konnten wir uns gegen eine der Topmannschaften Deutschlands und Europas durchsetzen. Und auch gesanglich konnte der Gästeblock mit der gigantischen Südtribüne mithalten und des öfteren sogar lauter sein. Einfach nur geil.

Danke für diese tolle Fahrt. Mein Auswärtsbann ist gebrochen und das nach über 15 Jahren. Ich werde die nächsten Tage wohl weiterhin mit einem leichten Grinsen durch die Welt gehen und immer wieder gerne an diese denkwürdigen 90 Minuten von Dortmund zurückdenken. Dieses Spiel wird mir auf ewig im Gedächtnis bleiben.
Nur der HSV!

Hach, war das schön. 3-2 im Nordderby gewinnen ist schon eine feine Sache. Endlich mal wieder ein Sieg gegen Bremen und dann auch noch in einem Spiel, in dem wirklich alles drin war. Der Schnee- und Eisregen sorgte für einen glitschigen und tiefen Platz. Das Spiel war intensiv und niemals langweilig. Und dabei durchaus fair. Wenn auch 2 (berechtigte) Platzverweise für Werder ein anderes Bild zeichnen. Aber mit diesem Zerrbild kann ich leben.

Vor einem Jahr wären wir nach so einem frühen Gegentor regelrecht auseinander gefallen. Doch nicht so in diesem Spiel. Kurz nach dem Gegentor übernahm der HSV das Kommando und kam dann auch verdient zum Ausgleich. Und zum Wiederanpfiff der zweiten Halbzeit wurde Bremen dann einfach mal an die Wand gespielt.
Schade, dass die 3-1 Führung – wie auch schon gegen Dortmund – nicht so lange hielt. Aber in Gefahr war dieser Heimsieg auch nach dem Anschlusstreffer zum 3-2 eigentlich nie. Ein 4-2 war immer wahrscheinlicher als der Ausgleich, was sicherlich auch an den Platzverweisen lag, die ich beide für berechtigt halte.

Sportlich also ein mehr als erfreulicher Nachmittag. Leider gab es eine Stunde vorm Spiel eine mehr als unschöne Szene im Stadion. Ca. 100 schwarz gekleidete Idioten meinten über den B- und C-Rang zum Gästeblock stürmen zu müssen. Was die da wollten kann ich nicht mit Sicherheit sagen. Die Choreo der Gäste verhindern? Provozieren? Auf’s Maul geben? Dumm aus der Wäsche gucken?
Das ganze war wohl eine “Antwort” auf eine Provokation der Bremer, die am Fanhaus vorbei kamen und dort Stress gemacht haben. Und überhaupt ging es ja noch um die Choreo von vor 4 Jahren, wo die Bremer… Wisst ihr was? Das ist mir sowas von scheißegal!!

In meinem Stadion will ich keine Jagdszenen sehen. Nicht von Gästefans und schon gar nicht von den Heimfans. Und ich will nicht, dass wegen solcher Idioten vielleicht sogar meine Freizügigkeit im Stadion eingeschränkt wird. Von Leuten, die mit Sicherheitspapieren um die Ecke kommen und sich nun bestätigt fühlen könnten ganz zu schweigen.
Lasst diese Scheiße einfach sein. Gruppen-Kodex hin oder her.

Die Choreo der Gäste war übrigens beeindruckend und erinnerte an Adrian Maleika, jenen Fan, der 1982 beim Nordderby ums Leben kam.

Am 24.10.2012 war ich übrigens in Dortmund. Es stand ein durchaus interessantes Spielchen in der Champions League an. Nichts großes. Ach was sag ich, natürlich war es was großes. Was galaktisches sogar.
Real Madrid war zu Gast im Westfalenstadion. Der amtierende Spanische Meister zu Gast beim amtierenden Deutschen Meister. Ein großes Fußballfest, dass sich da andeutete. Und ehrlicherweise rechnete ich mit allem, nur nicht mit dem was da kommen sollte.
Dortmund hatte am Wochenende zuvor verdient das Derby gegen den FC Schalke verloren. Wohlgemerkt zuhause und galt nicht nur deshalb eher als Aussenseiter in der Gruppe D und in diesem Spiel sowieso.
Aber mit einer tollen Mannschaftsleistung und der Unterstützung der Fans gelang ein kleines Fußballmärchen. Der BVB gewann ein tolles Fußballspiel verdient mit 2-1 und sollte sich schlussendlich sogar den Gruppensieg sichern.
Alles in allem ein schöner Ausflug ins Ruhrgebiet, der sich mehr als gelohnt hat!
© Kai Rosseburg