Dem Kai sein Blog

Was soll das alles?

04.03.2013 von Kai @ 19:47 — Politik & GesellschaftKommentare (0)

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Ich könnte brechen. Im Strahl. Ununterbrochen. Aber so viel kann ich gar nicht fressen (Frei nach Max Liebermann).

Worum es geht? Um die Ehe. Und um die Ehe zwischen zwei Menschen. Neuerdings auch als “Rechtsrandgebiet” bekannt. Und um die elendige Diskussion, die es deshalb schon viel zu lange in unserem ach so aufgeklärten Land gibt. Eine Diskussion mit vielen guten Beiträgen und mit gefühlt noch mehr absoluten Drecksbeiträgen.

Alleine dass wir im 21. Jahrhundert diese Diskussion noch führen müssen ist schon ein Skandal. Und wie sie dann geführt wird setzt dem ganzen eine schöne Krone aus Kacke auf. Ich will diese Diskussion nicht führen (müssen), denn mir ist es im besten Sinne sowas von egal, wenn zwei erwachsene Menschen sich lieben und für einander einstehen wollen und dies öffentlich bekunden und sogar beurkunden wollen. Nein. Eigentlich finde ich das sogar ziemlich toll. Kommt in der heutigen Zeit ja nicht all zu oft vor. Ist irgendwie ganz schön konservativ.

Doch gerade die sog. Konservativen in unserem Lande (teilweise wohl eher Reaktionären) stößt dies auf so massiven Widerstand. Ist es nicht egal wer wen heiratet, sofern es aus freien Stücken geschieht? Was ist das Problem? Warum werden hier Menschen in ekelhafter Weise zu Menschen zweiter Klasse degradiert? Aus Nächstenliebe? Oder eher aus einem total überholten Weltbild? Wie muss es in diesen Menschen aussehen? Was ist da schief gelaufen? Es erschließt sich mir einfach nicht.

Diese Diskriminierung muss schnellsten aufhören. Schnellstens. Es muss endlich jedem die Möglichkeit gegeben werden, den Menschen zu heiraten, den er liebt. Und dann nennen wir das ganze auch bitte gleich einheitlich Ehe. Mit den gleichen Rechten und Pflichten. Und nicht “Eingetragene Lebenspartnerschaft” oder noch besser “Homo-Ehe”. Das sollten sich die Medien auch mal ganz schnell wieder abgewöhnen. Oder konsequenterweise auch von der “Hetero-Ehe” sprechen. (Ja ja, das klingt schon ziemlich scheiße, oder? Ganz schön diskriminierend. Ist ja keine “richtige” Ehe. Oh… Warte… Ist der Groschen gefallen? Hoffentlich!)

Und jetzt kommt mir nicht mit, aber die könne ja keine Kinder kriegen und Ehe ist nun mal dafür da… Bullshit. Kinder waren noch nie eine notwendige Bedingung zur Eheschließung. Und das werden sie auch nicht. Und auch das ist gut so.

Bevor ich mich jetzt weiter über diese Diskussion und die vielen Kleingeister aufrege, wünsche ich uns allen ein wenig mehr Gelassenheit, die mehr gerade wohl etwas fehlt. Denn, mal ehrlich? Was passiert denn schon großartig, wenn ein Mann einen Mann oder eine Frau eine Frau heiratet? Richtig nicht viel. Außer, dass wieder zwei Menschen mehr in diesem Lande den schönsten Tag in ihrem Leben feiern konnten.

Und das wird momentan einem bestimmten Teil in unserem Lande verwehrt.

In diesem Sinne.

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#aufschrei

29.01.2013 von Kai @ 20:51 — Politik & Gesellschaft,PrivatKommentare (3)

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Die Sexismus-Diskussion hat Deutschland fest im Griff. Land auf, Land ab wird über nichts anderes als Sexismus diskutiert. Doch halt. Wird hier wirklich nur über Sexismus diskutiert? Oder sind dort noch ganz andere Bestandteile im Spiel?

Ich finde ja. Und das regt mich in Teilen ein wenig auf.

Denn alle oder zumindest viele Reden über Sexismus, doch bei manchen bin ich mir nicht sicher, ob sie auch Sexismus meinen. Für mich ist Sexismus zunächst einmal eine Geisteshaltung, die davon ausgeht, dass eine Person aufgrund ihres Geschlechts bestimmte Eigenschaften hat oder aber euch gerade nicht. Daraus wird dann eine Überlegenheit des eigenen Geschlechts abgeleitet. Beispiele? Okay. Ihr bekommt Beispiele.

“Frauen können nicht Autofahren.”
“Männer können nicht Kinder erziehen.”

An diesen Beispielen sieht man vielleicht auch schön, dass es im Kern um Rollenverständnisse geht. In der aktuellen Debatte geht aber nicht nur um ein Rollenverstänsnis, sondern auch um daraus abgeleitete Handlungen, die dann Sexismus genannt werden. Und das finde ich bedenklich.

Dabei wird die komplette Bandbreite von “dümmlicher Annäherungsversuch” über ekelhafte Beleidigungen bis hin zur sexuellen Gewalt aufsummiert. Hier würde ich mir ein wenig mehr Differenzierung wünschen. Und die Dinge wirklich beim Namen nennen. Und wenn Gewalttaten sexistisch motiviert muss das natürlich auch benannt werden. Ich weiß nicht, aber irgendwie finde ich, dass einem sexuellen Übergriff durch das Label “Sexismus” ein Stück weit die Schwere der Tat genommen wird. Vielleicht übertreibe ich da auch nur.

Trotz alledem ist es richtig, dass diese Debatte angestoßen wurde.

Das vielleicht endlich über das Rollenverständnis von Männern und Frauen im 21. Jahrhundert gesprochen wird. Aber es muss gesprochen werden. Und das bitte ohne Vorurteile, Stereotypen und kollektive Schuldzuweisungen (egal in welche Richtung!). Einfach mal auf Augenhöhe miteinander sprechen und dem gegenüber einfach mal zuhören.

Vielleicht war der #aufschrei ja der Anfang zu etwas gutem. Und deshalb ziehe ich an dieser Stelle meinen Hut vor all denen, die auf Twitter berichteten und rufe allen zu, die sich angegriffen fühlten oder meinten etwas weniger geistreiches Beizusteuern: “Nur Schuhe, die passen, können angezogen werden. Und erst denken, dann reden.”

In diesem Sinne.

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St. Helmut-Tag

03.10.2012 von Kai @ 12:44 — Politik & GesellschaftKommentare (0)

Ich wünsche euch allen einen schönen St. Heltmut-Tag. Feiert schön!

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Von Platzstürmen im Wasserglas

16.05.2012 von Kai @ 08:25 — Fußball,Politik & GesellschaftKommentare (0)

Gestern fand das zweite Relegationsspiel zwischen Fortuna Düsseldorf und Hertha BSC Berlin statt. Ein packendes Spiel, dass alleine schon wegen des Spielverlaufs einen Platz in den Annalen der Bundesliga verdient hätte. Es war einfach packend und spannend. Doch sportlich wird dieses Spiel wohl den wenigsten in Erinnerung bleiben, denn die zweite Hakbzeit wurde von einigen Ereignissen abseits des Platzes überschattet.

Nach dem 2-1 für die Fortuna sahen anscheinend einige der Mitgereisten Hertha Fans keine Chance mehr auf den Verbleib in der ersten Liga und warfen massig Bengalen und Böller auf den Platz, was zu einer langen Unterbrechung des Spiels führte und mich mal wieder ein wenig verstörte. Zum Glück beruhigte sich die Lage und das Spiel konnte fortgesetzt werden. Der Vollständigkeit halber muss man an dieser Stelle auch erwähnt werden, dass nach dem vermeintlichen Siegtreffer diverse Bengalen in der Düsseldorfer Kurve entzündet wurden.

Durch diese lange Unterbrechung standen aufeinmal 7 Minuten auf er Anzeigetafel, die es nachzuspielen galt. Mittlerweile stand es 2-2, der Hertha hätte ein Tor zum Klassenherhalt gereicht und trotz Unterzahl gab die Mannschaft von Otto Rehagel nicht auf. Und dann kam das unerwartet. Zwei Minuten vor Ende dachten wohle einige der Fans, die sich schon im Innenraum des Stadions befanden, dass das Spiel vorbei sei. Ein Platzsturm voller Euphorie und Überschwang (ein Fan sicherte sich schon den Elfmeterpunkt!) war die Folge. Überall Fans auf dem Rasen, bengalische Lichter und Rauchtöpfe auf dem Spielfeld, aber insgesamt eine sehr ausgelassene Stimmung. Man wähnte sich ja gerade Aufgestiegen.

Doch dem war nicht so. Die Mannschaften verliessen das Feld, Ordner begannen eben dieses zu Räumen und die aufmarschierte Polizie sicherte nich immer den Bereich vor dem Hertha Block. Das alles dauerte sehr sehr lange. Die Verantwortlichen in Düsseldorf schafften es dann irgendwie die Masse zu beruhigen und wieder aus dem Innenraum zu geleiten.

Ich hätte das Spiel zu diesem Zeitpunkt wahrscheinlich abgepfiffen, was zu einer Verhandlung vorm DFB Sportgericht und wahrscheinlich zu einem Wiederhloungsspiel oder einer Wertung für Hertha geführt hätte. Zum Glück war ich nicht in der Position dies zu entscheiden und muss nun, wahrscheinlich das erstemal, Wolfgang Stark und sein Team loben. Nur durch sein besonnenes Handeln konnte dieses Spiel gut zu Ende gebracht und der Aufstieg der Fortuna gefeiert werden.

Und wenn man ehrlich ist, wäre das wohl sehr Schade gewesen, denn sportlich geht dieser Aufstieg mehr als in Ordnung.

Und da ich fest davon ausgehe, dass alle Einsprüche der Hertha ohne Aussicht auf Erfolg sind gratuliere ich der Fortuna herzlich zum verdienten Aufstieg in die erste Bundesliga.

Was ich persönlich besonders schade finde ist, dass die Fortunen jetzt alle in eine große Schublade mit dem Aufkleber “Chaoten & Hooligans” gesteckt werden. Klar haben die Düsseldorfer Fans einen derben und wahrscheinlich sogar saudummen Fehler gemacht. Sie haben einfach nicht mitbekommen, dass das Spiel noch läuft. Das hätte, wie bereits beschrieben, zu ganz bösen Entscheidungen führen können und den ganz großen Traum am berühmten grünen Tisch zerstören können. Aber die, die da den Platz stürmten wollten Feiern, wie sie es dann nach dem regulären Abpfiff auch ausgiebig getan haben.

Teile der Berliner Fans gehören aber definitv in die eben benannte Schublade. Wer Böller und Pyrotechnik auf’s Spielfeld wirft hat nicht alle Latten am Zaun und gehört aus dem Verkehr gezogen. Genau dieses Verhalten ist es, dass eine vernünftige Diskussion über Pyrotechnik in Stadien beinhahe unmöglich macht. Pyrotechnik ist einmal mehr direkt mit Ausschreitungen verknüpft. Danke Hertha Fans!

Abschliessend würde ich mir eine etwas differenzierte Wahrnehmung dessen, was da gestern Abend passierte wünschen. Pauschalisierungen sind doof und werden den Ereignissen einfach nicht gerecht.

In diesem Sinne.

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Es war doch nicht so gemeint…

18.01.2012 von Kai @ 21:55 — Fotos,Politik & GesellschaftKommentare (0)

Mir geht es eigentlich verdammt gut, was ihr ja in schöner Regelmäßigkeit hier auf dem Blog lesen und sehen könnt.

Leider gibt es Menschen, denen es bei weitem nicht so gut geht. Sie leben vielleicht in unser aller Nachbarschaft, im Freundes- oder Bekanntenkreis oder der Familie.

Ich spreche von Opfern von häuslicher Gewalt.

Und dabei will ich gar nicht groß unterscheiden, wer der Aggressor ist. Häusliche Gewalt kann vielfältig aussehen. Männer, die ihre Frauen schlagen. Frauen, die ihre Männer schlagen. Eltern, die ihren Kindern Gewalt antun. Oder auch Kinder, die dies mit ihren Eltern tun.

Ehrlicherweise ist es mir scheißegal, wer wem warum welche Art von Gewalt antut. Jeder, der dieses so macht ist in meinen Augen ein verdammt großes Arschloch und ein ganz armer Mensch.

Das blöde an häuslicher Gewalt ist nun, dass sie hinter verschlossenen Türen stattfindet und erstmal nicht direkt sichtbar ist. Behaupten zumindest viele. Nie hat einer was mitbekommen und “eigentlich waren das doch ganz nette Leute nebenan…”

Deshalb mein Appell an euch alle und auch an mich: Schaut nicht weg, wenn ihr den Verdacht habt, dass in eurem Umfeld was Unschönes passiert.

Und denen, die direkt davon betreffen sind oder jemanden kennen, der jemanden kennt bei dem es so ist lege ich wärmstens diese Seite der Stadt Hamburg ans Herz.

In diesem Sinne. Passt auf euch auf!

PS. Das Foto ist als Nebenprodukt eines Shoots mit Sonja entstanden. Nach kurzem Überlegen war mir klar, dass ich mal wieder was wirklich Wichtiges auf den Blog packen wollte. Trotzdem hat es nun über ein halbes Jahr gedauert bis dieser Beitrag fertig geworden ist.

Kommentiert ihn gerne. Oder ignoriert ihn.

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© Kai Rosseburg